 |
Gebrochene Schriften
 Im Laufe des 12. Jahrhunderts bildete sich aus der karolingischen Minuskel ein eng und schnell geschriebener Typus mit gebrochener Linienführung heraus, die sogenannte gotische Minuskel. Anfangsbuchstaben zu ihr, sogenannte Lombarden, wurden aus der Unzialschrift abgeleitet. Eine besonders eng geschriebene gotische Buchschrift mit würfelartigen Serifen bildet als Textura den Prototyp der gebrochenen Schrift und ist uns durch Gutenbergs Bibel in schönster Ausprägung als Druckschrift überliefert. Einflüsse des italienischen und spanischen Kulturbereichs führen zu einer mehr gerundeten Form, der Rotunda. Eine ihrer weiteren Entwicklungen ist die Schwabacher. Kurz nach 1500 entsteht die Fraktur, die sich durch besonders schwungvolle Großbuchstaben auszeichnet.
|